kleines "Juwel"

„Einheit in Vielfalt“ lautet der Titel des Kommentars vom evangelischen Pfarrer, Michael Chalupna in der Kronenzeitung vom Samstag. Darin plädiert er für Vielfalt innerhalb des Christentums, entgegen manch ökumenischer Strömungen, die nach 500 Jahren Reformation organisatorische, ja sogar gemeinsame Eucharistiefeier im Auge haben.

„Liegt nicht ein Reichtum des Christentums auch in seinen vielfältigen Erscheinungsformen? Wer als evangelischer Christ je einen Gottesdienst der orthodoxen Kirche miterlebt hat, mag sich fremd gefühlt haben,aber etwas vom spirituellen Geheimnis des Glaubens erfahren haben, das ihm im nüchternen evangelischen Gottesdienst verborgen geblieben ist.“

Gestern hatte ich die Gelegenheit, einen Blick auf die Vielfalt des Christentums zu werfen.
Im Randbereich des Stadtteils Schallmoos, einem Handelsgelände im Norden der Stadt Salzburg liegt nahe dem Rangierbahnhof ein kunsthandwerkliches Kleinod, die rumänisch-orthodoxe Kirche.

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Wir wurden im Pfarrhaus der Glaubensgemeinschaft vom Pfarrer, Erzpriester Dr.Dumitru Viezuianu begrüsst. Eine charismatische Persönlichkeit, unter dessen Leitung der Bau der orthodoxen Kirche, mitten in der Stadt Salzburg Wirklichkeit geworden war. Im August 2007 wurde mit dem Bau begonnen und bereits am 1. November desselben Jahres fand die Weihe der Kirche statt. Das Grundstück wurde vom katholischen Benediktinerstift St. Peter zur Verfügung gestellt, die Kosten für Bauten und Einrichtung mittels Spenden finanziert. Ein Holzverarbeitungsfirma aus Kuchl hat sich an die Konstruktion gewagt und wie man sieht, ist es gelungen. Die feinen Schwingungen, geschnitzte Simse und die Proportionen stimmen.

Wer durch das Tor tritt, erblickt ein Ensemble aus kunstvoll verarbeitetem Holz. Das Pfarrhaus mit kleiner Veranda, ein grosses, geschnitztes Kreuz und die Kirche, welche unwahrscheinliche Harmonie ausstrahlt. Mit dem Anbetungsbereich der Lebenden und Toten und den langen, bunten Blütenbeeten ist es eine Wohltat für das Auge.

rumänisch-orthodoxe Kirche_Kuchler Holzbaupfarrhaus

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Das Gebäude entspricht der traditionellen Bauweise einer orthodoxen Kirche und besteht aus dem Narthex, einem Vorraum mit Taufbecken und dem Kirchenschiff, das durch die Ikonenwand vom Altarraum getrennt ist. Das helle Holz verleiht dem Innenraum eine Frische, die ich in alten orthodoxen Kirchen vermisse. Im hellen Licht besteht die Gelegenheit die Ikonen in Ruhe zu betrachten. Christus und die Gottesmutter sind links und rechts des Mittelportals, daneben Johannes der Täufer und der Kirchenpatron. Weitere Heilige zieren die Seitenwände der Kirche und ich sehe zum ersten Mal die Heilige Marina. Zwei Salzburger Patrone, der Heilige Rupert und der Heilige Virgil haben sich in die Reihe orthodox verehrter Heiliger eingereiht. zwei immigrantenschnitzereifür die Lebenden und die Totenlusterwunderkleine Ikonepater dimitru2weihrauch

Man sollte auf einem der geschnitzten Stuhl an der Wand Platz nehmen und in völliger Ruhe die, nach jahrhundertealter Tradition, bemalten Ikonen betrachten. Es ist beinahe jederzeit möglich, denn die Türen sind offen und laden interessierte Menschen zu einem Besuch ein.

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